Erhebung von Stephen King

Es ist fast ein Märchen, und zwar eines, welches nicht düster und angsteinflößend ist, sondern trotz einer echt seltsamen Ausgangssituation eine fast fröhliche Stimmung verbreitet. Dabei ist der Klappentext des Buches erstmal außerordentlich unspannend:

Scott wird immer leichter, ohne dass sein Körper sich verändert. Trotz der mysteriösen Heimsuchung setzt er alles daran, gegen himmelschreiendes Unrecht in der entzweiten Kleinstadt Castle Rock vorzugehen. Stephen King erzählt meisterhaft beunruhigend und ermutigend zugleich eine zeitgemäße Geschichte darüber, wie man Streit und Vorurteil überwinden kann.

Aus dem Klappentext

Und eigentlich ist der Klappentext auch falsch. Denn, ohne zu viel zu verraten, das „himmelschreiende Unrecht“ ist zunächst einmal das, was menschliche Existenz ausmacht und gar nicht so besonders ist. Eher Alltag, aber nicht in der überzeichneten Version, der ein surreales Moment innewohnt. Es ist daher auch kein Horror, den die Geschichte verbreitet. Vielmehr zeichnen die knapp 140 Seiten ein Bild des Trump’schen Amerika, einer polarisierten Gesellschaft, in der Errungenschaften der letzten Jahrzehnte schlichtweg wieder ausgesetzt werden und Menschen sich von ihren einfachen Stimmungen und Stereotypen leiten lassen. Aber nun kommt eben das märchenhafte: Dabei bleibt es nicht. Scott, der immer leichter wird (selbst Gewichte tragen lassen ihn nicht schwerer werden), ist letztlich die Person, die positives bringt und die Welt ein klein bisschen besser macht.

Das Buch ist schnell gelesen, nicht nur weil es für Stephen King recht wenige Seiten hat, sondern auch, weil die Story äußerst stringent, gradlinig ist. Tatsächlich aber ist es kein „klassischer“ King, oder zumindest nur in Teilen. Irgendwas ist anders. Und das macht es interessant.