Böser kleiner Junge – eine King-Kurzgeschichte

Es ist ja immer diese Mischung aus „irgendwie banal“ und „doch wirksam“, die bei den Geschichten von Stephen King funktioniert. In dieser Kurzgeschichte, die es nur als Ebook gibt, ist das dann so: Ein Mann, der im Todestrakt eines amerikanischen Gefängnisses sitzt und auf seine Hinrichtung wartet, erzählt seinem Anwalt die Geschichte, warum er überhaupt dort gelandet ist: Er hat mit mehreren Schüssen ein Kind ermordet, welches für ihn ungefähr so aussah: Propellermütze, eher rundlich, grüne Augen, rote Haare und komische Kleidung. Sozusagen die Ausgeburt des Bösen. Dieser „böse kleine Junge“ ist ihm seit seiner Kindheit mehrfach begegnet. Und jede Begegnung führte zu tragischen Ereignissen, die das Leben des Mörders prägten – immer in negativer Art und Weise.

Wie bei anderen King-Geschichten bildet auch hier das Alltägliche die Folie, vor der die Dinge passieren. Und der Alltag ist amerikanisch: Die Autos, die Gebäude, die Sprache. Man fühlt sich schnell in dieser Welt, die einem nicht nur aus zahlreichen Büchern bekannt ist, sondern aus ebenso vielen Filmen und Popsongs. Die Stimmung fühlt sich vertraut an, das ist gut.

Das Buch ist mit den knapp 60 Seiten einer leicht zu folgenden Story wirklich kurzweilig. Eine Geschichte in Spielfilmlänge, gut für einen Nachmittag. King in Kurzform.